EMDR-Intensivwoche und Beruf: So lässt sich eine Therapie mit Urlaub verbinden

Eine EMDR-Intensivwoche und der Beruf lassen sich oft mit einer normalen Urlaubswoche verbinden: Fünf Urlaubstage reichen für die komplette Intensivtherapie, Anreise und Rückkehr eingeschlossen.

Für viele Berufstätige ist das die entscheidende Frage vor der Buchung: Wie lässt sich eine mehrtägige Therapie organisieren, ohne dass der Job darunter leidet und ohne dass Kollegen zu viel erfahren? Dieser Beitrag zeigt, wie sich Urlaubsplanung und Intensivtherapie sinnvoll verbinden lassen.

Was eine EMDR-Intensivwoche ist und warum sie in eine Urlaubswoche passt

Eine EMDR-Intensivwoche bündelt therapeutische Arbeit, die sich sonst über Monate verteilen würde, in fünf zusammenhängenden Tagen. Von Montag bis Freitag finden vormittags und nachmittags EMDR-Therapiestunden statt. Klienten reisen dafür an die Nordseeküste und mieten sich in Wremen eine Ferienwohnung.

Wer arbeitet und eine EMDR-Intensivwoche einplant, ersetzt damit oft eine erhebliche Zeit wöchentlicher 50-Minuten-Sitzungen durch eine einzige, klar begrenzte Woche. Das Format eignet sich besonders für Menschen mit Ängsten oder Traumafolgen, die lange auf einen ambulanten Therapieplatz gewartet haben und keine Kapazität für eine lange Behandlung im Wochenrhythmus haben.

Typisch sind Berufstätige zwischen 30 und 60 Jahren: Führungskräfte, Selbstständige etc. mit vollem Terminkalender. Für sie ist ein wöchentlicher Therapietermin über Monate oder Jahre hinweg organisatorisch wenig machbar – dafür fehlt schlicht die Zeit. Eine einzelne, klar begrenzte Woche lässt sich dagegen planen wie eine Dienstreise oder ein kurzer Urlaub.

Häufige Anliegen in der Praxis sind Ängste aller Art, belastende Erinnerungen und die Folgen traumatischer Erfahrungen. Für Berufstätige mit solchen Themen ist eine EMDR-Intensivwoche neben dem Beruf oft praktikabler als eine längerfristige ambulante Behandlung, da sich der zeitliche Aufwand sich auf eine überschaubare Phase konzentriert.

Ein weiterer Unterschied zur ambulanten Therapie liegt im Ort. Wremen am Deich der Nordseeküste liegt abseits des gewohnten Umfelds – ohne Kollegen, ohne Nachbarn, ohne die üblichen Ablenkungen des Alltags. Dieser Abstand schafft Raum, sich vollständig auf die Therapiewoche einzulassen. 
Die Nähe zum Meer ist dabei kein Beiwerk. Nach den Therapieeinheiten bleibt Zeit für einen Spaziergang am Deich, einen Wattlauf oder Ruhe in der Ferienwohnung. Diese Kombination aus intensiver EMDR-Arbeit und Erholung an der Nordsee unterscheidet die Intensivwoche deutlich von einer ambulanten Behandlung im Alltag.

Buchungen erfolgen als Selbstzahler, ohne Kassenvermerk – es gibt also keinen Eintrag bei der Krankenkasse, der später etwa bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung oder Verbeamtung eine Rolle spielen könnte. Für Berufstätige in sichtbaren Positionen oder Führungsrollen ist das ein wichtiger Punkt bei der Entscheidung für dieses Format.

Urlaub statt Krankschreibung: Was das für Berufstätige bedeutet

Die meisten Klienten im Angestelltenverhältnis reichen für die Intensivwoche Urlaub ein. Urlaub statt Krankschreibung bedeutet: Gegenüber dem Arbeitgeber ist lediglich eine Abwesenheit von fünf Tagen zu klären – keine Diagnose, kein Grund. Das reduziert Rückfragen und lässt die Auszeit vom Job wie jeden anderen Urlaub wirken.
Diese Diskretion ist für fast alle Klienten ein zentrales Anliegen: Was muss im Kollegenkreis oder gegenüber Vorgesetzten überhaupt gesagt werden – und was nicht? Ausführliche Antworten dazu liefert der Beitrag Diskretion in der Psychotherapie mit Formulierungen, Rechten und dem Umgang mit neugierigen Nachfragen.

An dieser Stelle nur so viel: Eine EMDR-Intensivwoche  lässt sich neben der Berufstätigkeit vollständig privat gestalten. Weder der Arbeitgeber noch die Krankenkasse erfahren automatisch, worum es bei der Abwesenheit geht. Diese Kontrolle über die eigene Geschichte ist Teil des Angebots, nicht nur ein Nebeneffekt.

Ablauf planen: Anreise, Intensivwoche, Rückkehr in den Job

Eine gute Planung beginnt mit der Anreise spätestens am Sonntag. Die Ferienwohnung wird in Ruhe bezogen, und der erste Vormittag am Montag beginnt entspannt. Die eigentliche Intensivwoche läuft dann von Montag bis Freitag, mit dem beschriebenen Rhythmus aus Vormittags- und Nachmittagseinheiten.
Am Freitagnachmittag endet die letzte Einheit, danach bleibt Zeit, bevor am Wochenende (oder sogar später?) die Heimreise ansteht.
Der Ablauf ist im Beitrag EMDR Intensivwoche: Ablauf, Voraussetzungen und was Sie erwartet beschrieben.

Der Wiedereinstieg nach der Intensivwoche verläuft individuell. Manche Klienten kehren am folgenden Montag direkt in einen vollen Terminkalender zurück, andere planen bewusst eine ruhigere erste Woche danach ein – etwa mit weniger Meetings oder Homeoffice. Wer direkt am Montag danach einen vollen Tag mit Terminen plant, nimmt sich selbst diesen Puffer, der gerade nach einer intensiven Therapiewoche hilfreich sein kann. Ein realistischer Blick auf die eigene Belastbarkeit hilft dabei mehr als ein starrer Plan.

Wer sich beruflich stark eingebunden fühlt und kaum Freiraum für eine mehrtägige Auszeit sieht, sollte die Planung frühzeitig angehen. Ein Urlaubsantrag mit einigen Wochen Vorlauf lässt sich in den meisten Betrieben unauffällig einreichen, sodass auch größere Projekte oder Terminspitzen im Job selten Probleme aufwerfen, weil genug Zeit zum Umplanen bleibt.

Wichtig ist zudem eine klare Abgrenzung während der Woche selbst: Wer beruflich erreichbar bleibt, nimmt sich einen Teil der Wirkung der Auszeit vom Job. Gehirn und Nervensystem arbeiten während der Zeit auf Hochtouren und können in Ruhe besser „umbauen“.

Viele Menschen, die beruflich stark eingespannt sind, erleben Belastung eher als diffuses Gefühl – weniger als klar benennbares Problem. Für eine erste Orientierung eignet sich das kostenlose PDF-Booklet „Die Zimmer deiner Geschichte“. Es lässt sich hier kostenlos herunterladen.

Häufige Fragen

Muss ich meinem Arbeitgeber sagen, dass ich in Therapie bin?

Nein, dazu besteht keine Verpflichtung. Für einen regulären Urlaubsantrag muss kein Grund genannt werden, weder gegenüber dem Arbeitgeber noch gegenüber Kollegen. Wer eine EMDR-Intensivwoche plant, kann die Abwesenheit als gewöhnlichen Urlaub einreichen, ohne Details zur Therapie preiszugeben. Nur bei einer Krankschreibung wäre das anders – deshalb entscheiden sich die meisten Klienten bewusst für Urlaub statt Krankschreibung.

Wie viele Urlaubstage brauche ich für eine EMDR-Intensivwoche?

Für die Intensivwoche selbst reichen fünf Werktage von Montag bis Freitag. Je nach Anreiseweg kommt oft ein zusätzlicher Reisetag hinzu, und ein freies Wochenende danach als Puffer vor der Rückkehr in den Job ist empfehlenswert. Insgesamt planen viele Klienten mit rund einer vollen Urlaubswoche zuzüglich Wochenende; wer besonders weit anreist, legt manchmal noch einen Ankunftstag davor.

Gibt es Sonderurlaub für eine Psychotherapie?

Einen gesetzlichen Anspruch auf Sonderurlaub für Therapie gibt es in Deutschland in der Regel nicht. Manche Arbeitgeber räumen im Einzelfall dennoch unbezahlte Freistellung oder Kulanzregelungen ein, verpflichtet sind sie dazu jedoch nicht. Deshalb greifen die meisten Klienten für die Intensivwoche auf regulären Jahresurlaub zurück. Das hat zugleich den Vorteil, dass gegenüber dem Arbeitgeber keine gesonderte Begründung nötig ist.

Wie schnell kann ich nach der Intensivwoche wieder arbeiten?

Viele Klienten nehmen die Arbeit in der Woche nach der Intensivtherapie wieder auf, oft am darauffolgenden Montag. Wie belastbar der erste Arbeitstag empfunden wird, ist unterschiedlich und hängt vom eigenen Thema und Tempo ab. Ein freier Puffertag vor der Rückkehr kann den Übergang ruhiger gestalten, und ein bewusst leichterer erster Arbeitstag, etwa mit weniger Terminen, hat sich für viele Klienten bewährt.

In meiner Praxis in Wremen erlebe ich immer wieder, wie viel eine klar abgegrenzte Woche für Berufstätige bewegen kann. Fernab vom Alltag, mit Raum für die eigene Geschichte. Unverbindlich anfragen. Und gemeinsam klären, ob das Format zu Ihnen passt.

Kontakt

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EMDR am MEER

Kerstin Schulte
Diplom-Psychologin
Heilpr. f. Psychotherapie
EMDR-Therapeutin (Erwachsene und Babys)
PEP-Practitioner

Strandstr. 53
27639 WNK/ Wremen

Tel. +49 4705 – 6603447

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