Retreat oder Intensivtherapie – wo ist eigentlich der Unterschied?
Der Begriff „Retreat“ begegnet uns inzwischen recht häufig. Es gibt Yoga-Retreats, Meditations-Retreats, Wellness-Retreats und Retreats zur persönlichen Entwicklung. Und zunehmend findet man auch therapeutische Angebote, die sich als Retreat bezeichnen.
Was aber ist das eigentlich? Und was hat ein Retreat mit einer therapeutischen Intensivwoche zu tun?
Was bedeutet Retreat?
Das englische Wort „Retreat“ bedeutet Rückzug. Eine bewusste Auszeit vom Alltag, meist für einige Tage. Man verlässt die gewohnte Umgebung, unterbricht Routinen, schafft Abstand.
Was im Mittelpunkt steht, ist je nach Angebot sehr unterschiedlich: Erholung, Bewegung, Achtsamkeit, persönliche Entwicklung. Die Formen sind vielfältig.
Gemeinsam ist diesen unterschiedlichen Formen vor allem eines: Der Alltag tritt für eine Weile in den Hintergrund.
Was Retreat und Intensivtherapie gemeinsam haben
Auch bei einer therapeutischen Intensivwoche geht es darum, für einige Tage aus dem Alltag herauszutreten. Kein Büro, kein Haushalt, keine parallelen Termine. Stattdessen ein klar begrenzter Zeitraum, in dem etwas anderes im Mittelpunkt steht.
Das kann entlastend sein. Nicht, weil Probleme verschwinden, sobald man an einem anderen Ort ist. Sondern weil Veränderung manchmal leichter passieren kann, wenn nicht gleichzeitig die Anforderungen des normalen Lebens bewältigt werden müssen.
Auch die räumliche Distanz spielt eine Rolle. Wer für einige Tage an die Nordseeküste fährt, lässt vieles, was mit dem bisherigen Alltag verbunden ist, erst einmal hinter sich.
Wo der Unterschied liegt
Eine Intensivwoche ist kein klassisches Retreat.
Ein Retreat ist in erster Linie eine Auszeit. Eine therapeutische Intensivwoche mit EMDR-Behandlungen hat ein konkretes therapeutisches Ziel. Bei mir geht es nicht darum, sich fünf Tage lang zu entspannen, Wellness zu machen oder neue Energie zu tanken. Es geht darum, intensiv mit und an dem zu arbeiten, was das eigene Leben belastet.
Die Tage sind nicht einfach frei. Sie sind so gestaltet, dass ausreichend Zeit für intensive therapeutische Arbeit, Verarbeitung und Pausen vorhanden ist. Die Nordsee, die Ruhe, der Abstand vom Alltag – das ist der Rahmen. Nicht das Ziel.
Warum mehrere Tage?
Manche Menschen kommen mit einem Thema, das sie schon sehr lange begleitet. Eine Angst. Eine belastende Erinnerung, ene traumatische Erfahrung. Ein Muster, das sie verstehen, aber nicht verändern können.
In der wöchentlichen Therapie findet die Arbeit in Abständen von einer oder zwei Wochen statt. Das kann sinnvoll und genau richtig sein. Aber es gibt Situationen, in denen ein intensiverer Rahmen hilft.
Mehrere Tage hintereinander ermöglichen, an einem Thema zu arbeiten, ohne jedes Mal für längere Zeit aus dem Prozess herauszugehen. Zwischen den Einheiten bleibt Zeit für das Nervensystem, für Verarbeitung und für das, was sich während der Arbeit zeigt.
Das bedeutet nicht, dass intensive Therapie grundsätzlich besser ist. Aber für manche Menschen ist sie das passende Format.
Für wen die Intensivwoche interessant sein kann
Eine EMDR-Intensivwoche kann besonders dann interessant sein, wenn ein bestimmtes Thema das eigene Leben stark einschränkt und man sich eine konzentrierte therapeutische Arbeit wünscht.
Zum Beispiel bei Ängsten und spezifischen Phobien, belastenden oder traumatischen Erfahrungen, bei Traumafolgen oder wiederkehrenden Reaktionen, die nicht immer so einfach zu verstehen sind.
Voraussetzung ist immer, dass das intensive EMDR-Format geeignet ist. Ob das so ist, klären wir gerne gemeinsam in einem Vorgespräch. Hier geht es zum Kontaktformular.
Das eine oder das andere?
Wer Erholung sucht, Gemeinschaft, neue Impulse oder einfach Abstand vom Stress: Dafür gibt es viele gute Retreat-Angebote, die das leisten.
Wer dagegen merkt, dass hinter der Erschöpfung etwas steckt, das sich nicht einfach ausschlafen lässt – eine alte Angst, eine belastende Erfahrung, ein immer wiederkehrendes Muster – der ist bei mir möglicherweise richtig.
Bei Fragen, Anmerkungen oder einfach mal so: ich freue mich über Nachrichten.
Noch unsicher, ob es eher Erholung oder wirklich Therapie sein sollte? Ich habe ein kleines Booklet geschrieben. Es heißt „Die Zimmer deiner Geschichte“ und beschreibt, welche Themen sich hinter Erschöpfung oft verbergen. Das kostenlose PDF zum Mitnehmen wartet auf meiner Startseite.
Kontakt
EMDR am MEER
Kerstin Schulte
Diplom-Psychologin
Heilpr. f. Psychotherapie
EMDR-Therapeutin (Erwachsene und Babys)
PEP-Practitioner
Strandstr. 53
27639 WNK/ Wremen
Tel. +49 4705 – 6603447