Intensivtherapie statt wöchentlicher Sitzungen: Für wen das Format geeignet ist
Intensivtherapie bedeutet: konzentrierte Therapiezeit in wenigen Tagen statt verteilter Stunden über Monate.
Ob dieses Format für Sie passt, hängt weniger von der Diagnose ab als von Ihrer Lebenssituation.
Dieser Beitrag hilft Ihnen, das einzuschätzen.
Was eine Intensivwoche von wöchentlichen Sitzungen unterscheidet
Im klassischen Therapiesetting kommen Sie einmal pro Woche für 50 Minuten. Zwischen den Sitzungen liegen sieben
Tage. Themen werden angestoßen, dann unterbrochen. Manches setzt sich fort, manches verliert sich.
Eine Intensivwoche funktioniert anders. Sie arbeiten mehrere Stunden täglich, an mehreren aufeinanderfolgenden Tagen.
Der therapeutische Prozess bekommt Raum und Tiefe. Themen können zu Ende gedacht werden.
Das ist kein Vorteil für jeden. Aber für bestimmte Menschen und bestimmte Situationen kann es genau das sein, was
gebraucht wird.
Bei der EMDR-Intensivwoche umfasst ein Behandlungstag mehrere Stunden EMDR-Therapie, verteilt auf Vor-
und Nachmittag. Das entspricht in etwa dem, was im wöchentlichen Setting ein bis zwei Monate abdeckt.
EMDR ist eine evidenzbasierte Psychotherapiemethode, die bei der Verarbeitung belastender Erlebnisse eingesetzt
wird. Die Bundespsychotherapeutenkammer führt EMDR als anerkanntes Verfahren in der Traumatherapie.
Wer besonders von einer Intensivtherapie profitiert
Es gibt Lebenskonstellationen, für die das Intensivformat besonders gut passt. Schauen Sie, ob Sie sich in einem
der folgenden Punkte wiederfinden.
Sie stehen auf einer langen Warteliste. Die durchschnittliche Wartezeit auf einen Therapieplatz in
Deutschland beträgt viele Monate. Wer nicht warten möchte oder kann, braucht eine Alternative. Therapie ohne
Wartezeit ist für viele der entscheidende Grund, sich für eine Intensivtherapie zu entscheiden.
Ihr Alltag lässt keinen wöchentlichen Termin zu. Führungskräfte, Selbstständige, Menschen mit
Reiseaufkommen oder unregelmäßigen Arbeitszeiten: Ein fixer Wochenrhythmus funktioniert oft nicht. Eine kompakte
Woche, einmal geplant wie ein Seminar, passt besser.
Sie leben nicht in der Nähe eines geeigneten Therapeuten. Für eine bestimmte Spezialisierung wie
EMDR bei Traumafolgen ist die Auswahl in vielen Regionen dünn. Eine Anreise lohnt sich dann, wenn sie mit intensiver
Arbeit verbunden ist. Nicht für eine einzelne Sitzung.
Sie möchten das Thema konzentriert angehen. Manche Menschen bevorzugen es, sich eine Woche
vollständig auf sich zu konzentrieren. Den Alltag loslassen. Ankommen. Arbeiten. Das hat eine andere Qualität als
häppchenweise Therapie zwischen zwei Arbeitstagen.
Sie schätzen Diskretion. Im vertrauten Umfeld eine Therapie zu beginnen bedeutet oft: Fragen von
Bekannten, sichtbare Termine, Erklärungsbedarf. Wer die Intensivwoche an einem anderen Ort verbringt, behält mehr
Kontrolle darüber, was andere wissen.
Für wen das Format weniger geeignet ist
Eine EMDR-Intensivwoche passt nicht zu jedem Menschen und jeder Situation.
Akute Krisen erfordern andere Unterstützung. Wer sich in einer akuten psychiatrischen Krise
befindet oder stationäre Stabilisierung braucht, ist im ambulanten Intensivsetting nicht richtig aufgehoben. Das ist
keine Frage des Formats sondern der Sicherheit.
Tiefgreifende Destabilisierung braucht Kontinuität. Menschen, die sich kaum regulieren können oder
auf engmaschige Begleitung angewiesen sind, brauchen in der Regel keine Intensivierung. Sie brauchen verlässliche,
wiederkehrende Struktur.
Das Format setzt Belastbarkeit voraus. Mehrere Stunden intensive Therapiearbeit täglich sind
fordernd. Wer gerade wenig Ressourcen hat, sollte das im Vorfeld besprechen.
Ob das Format für Sie geeignet ist, lässt sich nicht pauschal beantworten. Deshalb gibt es vor jeder Intensivwoche
ein ausführliches Vorgespräch.
Was das konkret bedeutet: Die EMDR-Intensivwoche an der Nordsee
In meiner Praxis in Wremen an der Nordseeküste biete ich die EMDR-Intensivwoche als fünftägiges
Format an. Montag bis Freitag, täglich mehrere Stunden EMDR-Therapie, aufgeteilt auf Vor- und Nachmittag.
Wremen liegt an der Wurster Nordseeküste in Niedersachsen. Klein, ruhig, weit weg vom Alltag. Klienten kommen aus
ganz Deutschland und buchen für die Woche (oder mehr) eine Unterkunft vor Ort.
Die Umgebung trägt den Prozess mit. Abends am Meer spazierengehen. Morgens in Ruhe bei sich ankommen,
bevor die Sitzung beginnt. Keine Ablenkung, kein Büro, kein Terminkalender.
Als Diplom-Psychologin mit Spezialisierung auf EMDR und PEP arbeite ich ausschließlich mit Erwachsenen, die Ängste
oder Traumafolgen verarbeiten möchten. Ich bin die einzige Anbieterin dieses spezifischen Formats in Deutschland.
Die Kosten für fünf Tage betragen 4.990 €. Unterkunft und Anreise organisieren Sie eigenständig.
Mehr über den genauen Ablauf finden Sie auf der Seite zur EMDR-Intensivwoche.
Wenn Sie unsicher sind, ob das Format für Sie passt, schreiben Sie mir. Ein kurzes Erstgespräch genügt oft, um
Klarheit zu schaffen. Unverbindlich, vertraulich.
Häufige Fragen
Ist die Intensivwoche auch ohne langen Therapieweg möglich?
Ja. Eine Intensivtherapie in dieser Form setzt keine vorherige Langzeittherapie voraus. Viele Klienten kommen
direkt, ohne vorher längere Zeit in Behandlung gewesen zu sein. Entscheidend sind die persönliche Eignung und die
Stabilität, die im Vorgespräch eingeschätzt werden.
Was sind die Voraussetzungen für eine EMDR-Intensivtherapie?
Das wird im Vorgespräch individuell besprochen. Grundsätzlich eignet sich das Format für Menschen, die ausreichend
stabil sind, um intensive Therapiearbeit zu leisten. Akute Krisen oder starke Destabilisierung sind Kontraindikationen.
Für alle anderen gilt: Fragen kostet nichts.
Übernimmt die Krankenkasse die Kosten?
Nein. Die Intensivwoche ist eine Privatleistung und wird von gesetzlichen Krankenkassen nicht erstattet.
Eine Rechnung für steuerliche Zwecke oder zur Einreichung bei der PKV wird ausgestellt.
Wie viele Intensivtage brauche ich?
Das hängt von Ihrem Thema und Ihren Zielen ab. Fünf Tage sind das Standardformat und für viele Klienten
ausreichend, um einen wesentlichen Prozess anzustoßen oder abzuschließen. Bei komplexeren Themen ist auch eine
Verlängerung möglich. Das besprechen wir im Vorgespräch.